Entweder vielseitig – Oder erfolgreich. Oder?

Wie ich diese Leute manchmal bewundere. Die einem in einem einzigen Satz beantworten können, was sie gerne im Leben tun. Die eine ganz klare und genaue Vorstellung davon haben, wo ihre Stärken liegen und was sie erreichen wollen. Es ist sicherlich ein Segen, wenn man sich darüber im Klaren ist, wohin die eigene Reise denn tatsächlich gehen soll.

Was willst du später mal werden? Alles!

Gedanken wie Sterne

Ich gehöre leider überhaupt nicht zu diesen Wissenden. Ich bin mal leise und mal laut, mal bunt und mal tiefschwarz, habe tausende Ideen, würde am liebsten alles auf einmal machen. Ich lasse mich allzu gerne von der Welt begeistern, aber verliere auch erschreckend schnell das Interesse, wenn ich gelangweilt bin. Ich habe zig Hobbys und immer wieder kommt ein neues hinzu und ein anderes fällt weg. Ich kann mich nicht daran erinnern, wann mir das letzte Mal langweilig war, aber dafür ist eine feste Lebens-Reiseroute – na sagen wir mal – nicht unbedingt Teil meiner Natur.

Das geht nicht nur mir so, es gibt so viele Leute, die vor lauter Möglichkeiten und Interessen gar nicht wissen, wohin mit sich selbst. Was also tun, wenn man einfach zu vielseitig ist, um sich für nur eine Sache zu entscheiden?

Wer die Wahl hat, hat die Qual

Die Antwort darauf habe ich bei einem meiner Kindheitsidole gefunden – das leider neulich gestorben ist – Carlo Pedersoli, aka Bud Spencer. Als ich klein war habe ich mir wie so viele andere meiner Generation seine Haudrauf-Filme angesehen und mich kringelig gelacht, wenn er mit einem ulkigen Spruch den Bösen eins auf die Mütze gegeben hat. Erst viel später habe ich dann mitbekommen, was er neben der Verklopperei noch so alles auf dem Kasten hatte. Er war Olympiaschwimmer, Autor, Songwriter, Musiker, Pilot, Ehemann, Vater und Unternehmer, einfach ein unglaublich talentierter und vielseitiger Mann.

Und jetzt kommt der Clue: Er war vielseitig. Aber nach und nach!

Die Welt von oben

Er ist nicht aus dem Schoß seiner Mutter geplumpst und hatte plötzlich siebenundzwanzig Lebensaufgaben gleichzeitig. Stattdessen hat er sich einfach schrittweise nach dem gerichtet, was ihm Spaß gemacht hat und was ihm eingefallen ist. Indem er als Schwimmer Erfolg hatte, wurde er bekannt und bekam den Kontakt zur Schauspielerei. Über den Film kam er zum Songwriting, dann zum Fliegen und zu seinen Patentideen, und schließlich zum Bücherschreiben. Er ist nicht voll planlosem Elan losgerannt und hat versucht, alles auf einmal umzusetzen. Das alles hat er nach und nach, Schritt für Schritt erreicht. Denn langsam ernährt sich das Eichhörnchen.

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Wenn es dir also so geht wie mir, dann kann ich dir nur raten, einfach mal tief in dich zu gehen und dir zu überlegen, welche deiner Interessen deine absoluten Lieblinge sind und dann nach und nach festzulegen, was als erstes, zweites und drittes drankommen soll. Je mehr du parallel machst, desto weniger intensiv wirst du jedes dieser Dinge machen können. Was nicht heißen soll, dass sich bestimmte Interessen nicht kombinieren lassen – du kannst zum Beispiel sehr wohl Malen und Fotografieren und Gitarre spielen gleichzeitig. Wenn du dann aber auch noch Sternekoch werden und den Himalaya besteigen willst, wird’s womöglich schwierig und das ein oder andere Interesse kippt dir vom Tisch.

Schau doch einfach mal auf die Website von Bud Spencer, und lies ein bisschen in seiner Bio, davon kann man sich herrlich inspirieren lassen. Er hatte wirklich ein cooles Leben. Und ein sehr vielseitiges noch dazu.

Und wie sieht es bei dir aus?

Neigst du auch zum vielseitigen Chaos oder hast du deine Lebenspläne bis zur Rente fest vor Augen? Schreib mir einfach einen Kommentar!
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Bilder: www.pexels.com