Was bitte ist überhaupt cool?

Neulich bin ich auf die Band SXTN gestoßen. Genauer gesagt auf deren Track mit dem blumigen Namen „Kein Geld/Fotzen im Club“. Ich muss gestehen, der Song hat merkwürdige Gefühle in mir ausgelöst. Als würde ich eine aufs Maul kriegen und dazu zwei Kugeln Schokoeis. Denn schon beim Lesen des Titels, wollte ich ihn einerseits hören, andererseits auf gar keinen Fall. Und als ich mich dann dazu entschieden hatte, ihn laufen zu lassen, gab es wieder dasselbe bipolare Gefühlschaos: irgendwie schockierend und witzig anzuhören gleichzeitig. Wie wenn ein winziges Auto voller Clowns Feuer fängt. Nur im Ohr.

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So kommen die Fotzen – pardon – Trends in den Club

Das Erlebnis hat mich zum Nachdenken gebracht. Nicht weil ich den Song so toll fand oder der Text so tiefsinnig war, sondern weil ich mich gefragt habe, woher denn ganz generell neue Musiktrends kommen?

Ich persönlich bin ja ein sehr aufgeschlossener Hörer und bewege mich überwiegend im elektronischen Bereich. Wie viele andere auch sortiere ich danach, ob mich ein Song anspricht oder nicht und entscheide intuitiv, manchmal innerhalb von Sekunden, ob ich das, was da gerade läuft, cool finde oder ob das weg kann.

Ich habe also ein bisschen recherchiert und folgendes herausbekommen:

Trends entwickeln sich dadurch, dass sich jemand in einer undergroundigen Szene etwas Neues und Besonderes ausdenkt. Es gibt dann zuerst ein paar Wenige, die diesen Trend an ein immer größeres Publikum herantragen. Finden diese Leute ihn auch cool, wollen sie Teil der Sache sein und machen mit.

Noch cool oder schon uncool?

Solange ein Trend ein relativ kleines Publikum hat, bleibt er hip. Wird er dann bekannter, machen immer mehr Leute mit und irgendwann verliert er dann seinen Reiz und wird zum Mainstream. Das ist nicht nur in der Musik so, sondern auch in der Mode, Kunst, in der Technik, eigentlich überall.

Dazu kommt, dass viele Firmen neue Trends gezielt nutzen wollen, um damit Geld zu verdienen, denn dadurch können sie sich selbst ein hippes neues Image aneignen. Im Laufe der Zeit wird dann der anfänglich undergroundige Trend dem breiten Publikum schmackhaft gemacht, indem er vereinfacht gesagt, verwässert wird. Ihm werden prägnante Elemente entzogen und an massentaugliche Musik/Mode usw. angepasst. EDM (Electronic Dance Music) zum Beispiel ist ziemlich massentauglich. Ihre Einflüsse kommen aus der housig/elektronischen Ecke, sie vereint tanzbare Beats mit poppigen, also kommerziellen Elementen und wird so hörbar, auch für Leute, die sich beim Musikhören nicht anstrengen wollen.

Die coole Ursuppe

Trendsetter

Das Epizentrum der “Coolness” befindet sich also irgendwo dort, wo sich Menschen abseits von der Masse und dem Mainstream mit ganz speziellen Richtungen von Mode/Musik/Kunst befassen und außergewöhnliche neue Ideen entwickeln. Und nicht nur bei ihnen, sondern auch bei denjenigen, die diese neuen Trends nach außen tragen, wenn sie noch kein Mensch kennt. Mit Betonung auf: “abseits der Masse und dem Mainstream”. Denn es bedeutet, dass diejenigen sich ihre eigenen Gedanken machen, ohne dem Rest der Welt gefallen zu wollen. Man braucht Mut und Charakterstärke, um sich Widerstand, Missgunst und auch dem eigenen Scheitern zu stellen, denn es kann sehr gut sein, dass man dabei ordentlich ins Klo greift. Wer cool sein will, muss selbstbewusst sein und auch das ein oder andere Toilettentieftauchen weckstecken können. Wer sich seiner Sache nicht sicher ist, an sich selbst zweifelt oder sich von dem beeinflussen lässt, was der Rest der Welt denkt, gehört nicht zu den coolen Kids und wird kaum neue Trends erschaffen.

Was lernen wir also daraus? Wenn dir irgendwer erzählen will, dass es total uncool ist, was du da gerade anhast oder anhörst, kann dir das ab sofort egal sein. Denn cool wird es sowieso erst dann, wenn du dazu stehst, egal, was die anderen sagen. Auch wenn du damit baden gehst. 😉

Wie sieht es bei dir aus?

Bist du immer ganz vorn mit dabei, wenn sich ein neuer Trend entwickelt oder wartest du lieber ab, bis ihn auch andere mitmachen?

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Ich freu mich über deinen Daumen. 🙂

Bilder: www.pexels.com